Tunesische Brik habe ich meiner besten Freundin Nadi Salih von Hugo zu verdanken. Sie hat mir ihr Familienrezept verraten, und seitdem sind die knusprigen Teigtaschen mein Joker fürs Apéro und für alles, was vom Vortag an Kartoffeln übrig bleibt. Ein paar gekochte Kartoffeln, zwei gut abgetropfte Dosen Thunfisch, viel Petersilie: Mehr braucht die Füllung nicht.
Der hauchdünne Teig wird im heissen Öl in wenigen Minuten goldbraun und splittert beim Reinbeissen, darunter wartet eine weiche Füllung, die Zitrone und Frühlingszwiebeln angenehm frisch halten. Frittieren klingt nach Aufwand, dabei braucht es keine Fritteuse: Eine Pfanne mit einem halben Liter Öl reicht, und jeder Brik ist nach ein paar Minuten fertig.
In Tunesien ist Brik ein Klassiker der Strassenküche und steht besonders im Ramadan auf vielen Tischen. Die bekannteste Version hat ein ganzes rohes Ei in der Mitte, das beim Frittieren gerade so stockt. In Nadis Familie kommt das Ei direkt in die Füllung. So lassen sich die Teigtaschen leichter falten und bequem aus der Hand essen.
Warum du dieses Gericht lieben wirst
Wenige, alltägliche Zutaten: Kartoffeln, abgetropfter Thunfisch aus der Dose, Frühlingszwiebeln und viel Petersilie. Hauchdünner Teig, der im Öl goldbraun und knusprig wird, dazu eine weiche, frische Füllung. Ideal zur Resteverwertung, wenn gekochte Kartoffeln vom Vortag übrig sind. Fingerfood, das sich gut aus der Hand essen lässt: zum Apéro, auf Partys oder als Vorspeise. Keine Fritteuse nötig: Eine Pfanne mit einem halben Liter Öl genügt.
Welche Teigblätter für tunesische Brik?
Klassisch werden tunesische Brik mit Brikblättern gemacht, die in Tunesien Malsouka heissen und im französischen Handel als Feuilles de brick verkauft werden. Die runden, hauchdünnen Blätter gibt es in nordafrikanischen und orientalischen Lebensmittelgeschäften, meist im Kühlregal. Beim Frittieren werden sie besonders fein und blättrig. Eine gute Alternative sind Yufka-Teigblätter aus dem türkischen Supermarkt: etwas dicker, dafür robuster beim Falten. Die genauen Mengen stehen in der Rezeptkarte am Ende des Artikels.
So gelingen tunesische Brik – Schritt für Schritt
Die Kartoffeln sollten vollständig abgekühlt sein, bevor die Füllung angerührt wird. Am besten schon ein paar Stunden vorher oder am Vortag kochen, danach geht alles zügig.
Die Kartoffeln kochen und pellen Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, vollständig erkalten lassen und pellen.
Die Füllung anrühren
Den Thunfisch gründlich abtropfen lassen. Die Pellkartoffeln in einer Schüssel mit einer Gabel zerstampfen. Frühlingszwiebeln, abgetropften Thunfisch, Ei und Petersilie dazugeben und alles gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Eine halbe Zitrone auspressen und nach Geschmack etwas Saft unter die Masse rühren. Die restliche Zitrone in Spalten zum Servieren schneiden.
Die Brikblätter füllen und falten
Ein Brikblatt auslegen, etwas Kartoffelmischung auf eine Hälfte geben (dabei einen kleinen Rand frei lassen), das Blatt einmal zu einem Halbmond falten und vorsichtig platt drücken. Jeden Brik erst füllen, kurz bevor er ins Öl kommt. Die hauchdünnen Blätter ziehen Feuchtigkeit aus der Füllung und reissen sonst beim Hineingleiten.
Das Öl erhitzen
Das Frittieröl in einer Pfanne langsam erhitzen. Einen Holzlöffel ins Öl halten: Bilden sich daran kleine Bläschen, ist das Öl heiss genug.
Die Brik goldbraun frittieren
Den gefüllten Brik vorsichtig mit einem Pfannenwender in das heisse Öl gleiten lassen und die Ränder mit dem Holzlöffel zusammendrücken. Sobald sich die Ränder goldgelb färben, den Brik mit Pfannenwender oder Zange wenden und noch 1 bis 2 Minuten weiterbraten. Herausnehmen, auf einem Teller mit Küchenpapier abtropfen lassen und sofort mit den Zitronenspalten servieren.
Tipps & Varianten
Die bekannteste tunesische Variante ist Brik à l’œuf: Statt das Ei unter die Füllung zu mischen, wird es roh in eine kleine Mulde auf der Füllung aufgeschlagen, dann das Blatt vorsichtig gefaltet und kurz frittiert, sodass das Eigelb noch flüssig ist. Wer es würziger mag, rührt einen Teelöffel Harissa oder ein paar gehackte Kapern unter die Füllung. Für eine vegetarische Version den Thunfisch weglassen und durch zerbröselten Feta ersetzen. Frischer Koriander kann einen Teil der Petersilie ersetzen.
FAQ für tunesische Brik
Yufka-Teigblätter sind die beste Alternative und im türkischen Supermarkt erhältlich. Filoteig funktioniert ebenfalls, ist aber so dünn, dass jeweils zwei Blätter übereinandergelegt werden sollten.
Die Kartoffeln lassen sich gut am Vortag kochen. Gefüllt und frittiert werden die Brik aber erst kurz vor dem Servieren, sonst weicht der Teig auf.
Ja, dafür die gefüllten Brik von beiden Seiten mit Öl bestreichen und bei 200 °C Umluft etwa 10 bis 15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Sie werden knusprig, aber nicht ganz so blättrig wie frittiert.
Frisch frittiert schmecken sie am besten. Übrige Brik halten sich abgedeckt im Kühlschrank 1 bis 2 Tage und werden im Ofen bei 180 °C in wenigen Minuten wieder knusprig. Die Füllung mit dem rohen Ei höchstens einen Tag im Kühlschrank aufbewahren.
Weitere köstliche Rezepte
Knusprige spanische Kartoffeln: goldbraune Kartoffelstücke, aussen kross und innen weich, ideal als Tapa neben den Brik
Akkordeon Kartoffeln: fächerförmig aufgeschnittene Ofenkartoffeln mit goldbraunen Rändern und weichem Kern
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Rezeptkarte
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Tunesische Brik
Kochutensilien
- 1 Topf
- 1 Schüssel
- 1 Gabel
- 1 Messer & Schneidebrett
- 1 Grosse Pfanne
- 1 Holzlöffel
- 1 Pfannenwender oder Schaumlöffel
- 1 Rolle Küchenpapier
Zutaten
- 200 g tunesische Brikblätter 10 Stück, alternativ Yufka-Teigblätter
- 500 g Kartoffeln vorwiegend festkochend
- 360 g Thunfisch aus der Dose gründlich abgetropft
- 1 Ei
- 6 Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschnitten
- 3 Handvoll frische Petersilie fein gehackt
- 1 Zitrone etwas Saft für die Füllung, der Rest in Spalten zum Servieren
- ¾ TL Salz nach Geschmack
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- 500 ml neutrales Pflanzenöl z. B. Rapsöl zum Frittieren (tatsächlicher Verbrauch ca. 80–100 ml)
Anleitungen
- Kartoffeln vorbereiten: Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, vollständig erkalten lassen und pellen.
- Füllung anrühren: Die Pellkartoffeln in einer Schüssel mit der Gabel zerstampfen. Abgetropften Thunfisch, Frühlingszwiebeln, Ei und Petersilie dazugeben und gut vermengen. Mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken.
- Füllen und falten: Jeweils ein Brikblatt auslegen. Etwas Kartoffelmischung auf eine Hälfte geben, dabei einen kleinen Rand frei lassen. Das Blatt zu einem Halbmond zusammenklappen und leicht andrücken. (Immer erst kurz vor dem Ausbacken füllen).
- Öl erhitzen: Das Frittieröl in einer weiten Pfanne erhitzen. Bilden sich am Stiel eines hineingehaltenen Holzlöffels kleine Bläschen, ist das Öl heiss genug.
- Frittieren: Den Brik vorsichtig mit dem Pfannenwender ins heisse Öl gleiten lassen und die Ränder kurz mit dem Holzlöffel fixieren. Sobald die Unterseite goldgelb ist, vorsichtig wenden und noch 1–2 Minuten backen.
- Servieren: Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und sofort warm mit den restlichen Zitronenspalten servieren.







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