Mailänderli – Die besten Butterguetzli

Avatar von Vivien Bullert

Vivien Bullert

・

Mailänderli in verschiedenen Formen, goldgelb gebacken

Mailänderli gehören in der Schweiz zur Adventszeit wie Kerzenlicht und Mandarinen. Bei uns zu Hause gibt es dazu eigentlich nur eine Diskussion, und die dreht sich um die Dicke. Mein Schatz sagt: „Sie müssen dick sein – mindestens 1 cm!“ ❤️ Seither steche ich sie genau so aus, und er hat recht: Dick ausgestochen bleiben sie innen zart und buttrig, nur die Oberfläche wird zart goldgelb.

Das Schöne an diesem Rezept ist seine Schlichtheit. Butter, Zucker, Eier, Mehl und etwas abgeriebene Zitronenschale, mehr braucht es nicht, und gerade deshalb schmeckt man jede Zutat heraus. Ehrlicher Einwand: Der Teig muss zweimal in den Kühlschrank, einmal am Stück und einmal ausgestochen auf dem Blech. Das klingt nach Warterei, ist aber der Grund, warum die Guetzli im Ofen ihre Form behalten und nicht breitlaufen. Mach am besten gleich eine grössere Menge – für dich, deine Liebsten und Freund:innen. So hast du immer etwas Feines parat, wenn ihr zusammen Kaffee oder Tee trinkt.

Mailänderli zählen zu den bekanntesten Schweizer Weihnachtsguetzli. Woher der Name kommt, ist nicht ganz geklärt: Er verweist auf Mailand, ob das Rezept tatsächlich von dort stammt, weiss aber niemand genau. Rezepte für sogenanntes „Mailänder Brot“ finden sich bereits in Schweizer Kochbüchern aus dem 18. Jahrhundert.

Warum du diese Schweizer Weihnachtsguetzli lieben wirst

Mailänderli sind klassische Schweizer Butterguetzli aus einem Mürbeteig mit Butter, Zucker, Eiern und Mehl, verfeinert mit Zitronenzeste. Der Teig ruht insgesamt rund 45 Minuten im Kühlschrank, im Ofen brauchen die Guetzli danach nur 13 bis 15 Minuten. In dieser Version werden sie etwa 1 cm dick ausgerollt, dadurch bleiben sie besonders zart und buttrig.

  • Ein Teig, viele Formen: Sterne, Herzen, Monde, alles, was die Ausstecherschublade hergibt.
  • Eine Portion ergibt rund 40 Stück, genug für die eigene Guetzlidose und ein paar Geschenke.
  • Die Zitronenzeste bringt Frische in den buttrigen Teig, ohne sich vorzudrängen.
  • Die goldgelbe Eigelbglasur macht aus einfachen Guetzli einen festlichen Anblick.
  • Passt zu Kaffee und Tee, nicht nur in der Adventszeit.

Welche Butter für Mailänderli?

Butter ist in Mailänderli die wichtigste Geschmackszutat, deshalb lohnt sich hier eine gute Vorzugsbutter oder Süssrahmbutter. Margarine oder Streichfett sind kein Ersatz, weil genau das buttrige Aroma diese Guetzli ausmacht. Die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen: Nur weiche Butter lässt sich richtig cremig rühren. Die genauen Mengen stehen in der Rezeptkarte am Ende des Artikels.

So gelingen Mailänderli – Schritt für Schritt

Der Teig kommt zweimal in den Kühlschrank, einmal am Stück und einmal ausgestochen auf dem Blech. Die erste Kühlzeit lässt sich gut nutzen, um Bleche mit Backpapier vorzubereiten und die Ausstecher bereitzulegen.

Butter, Zucker und Eier verrühren

Butter mit einem Mixer aufschlagen. Zucker und Salz dazugeben. Die Eier einzeln unterrühren und weiterrühren, bis die Masse heller wird und der Zucker sich weitgehend gelöst hat. Die Zitronenzeste einrühren.

Das Mehl einarbeiten und den Teig kühlen

Das Mehl portionsweise dazusieben und rasch zu einem glatten Teig zusammenfügen – dabei nur so kurz wie nötig kneten, damit die Guetzli mürbe bleiben. Den Teig flach drücken, abdecken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.

Tipp für zarte Mailänderli: Den Teig nach der Mehlzugabe nur so lange wie nötig zusammenfügen. Bei zu langem Kneten entwickelt sich das Klebereiweiss im Mehl und die Guetzli werden zäh statt buttrig-mürbe.

Ausrollen und ausstechen

Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise auf wenig Mehl oder zwischen zwei Bögen Backpapier etwa 1 cm dick ausrollen. Guetzli in verschiedenen Formen ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und die Guetzli nochmals ca. 15 Minuten kühl stellen.

Klebt der Teig beim Ausrollen an Unterlage und Ausstecher, ist er zu warm geworden. Dann die Portion für ein paar Minuten zurück in den Kühlschrank legen, der Rest wartet ohnehin dort.

Ausgestochene Mailänderli liegen auf einem mit Backpapier belegten Blech

Mit Eigelb bestreichen

Das Eigelb mit Rahm oder Milch verrühren und die Guetzli damit bestreichen.

Sammelt sich die Eigelbmischung am Rand oder in den Vertiefungen, wird sie dort dunkler als der Rest. Den Pinsel deshalb gut abstreifen und dünn auftragen.

Goldgelb backen

Im Ofen ca. 13–15 Minuten backen, bis sie leicht goldgelb sind. Sie sollten an den Rändern und unten ganz leicht Farbe annehmen, aber oben hell-goldgelb bleiben. Achtung: Je dünner sie ausgerollt werden, desto kürzer die Backzeit.

Auskühlen lassen

Die Mailänderli auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen und geniessen.

Mailänder Schweizer Cookies sind so fein.

Tipps & Varianten

Die Dicke ist Geschmackssache: Etwa 1 cm dick ausgestochen bleiben Mailänderli zart und fast weich, dünner ausgerollt werden sie knuspriger und sind im Ofen etwas schneller fertig.

Wer den Teig nicht in Mehl wälzen möchte, rollt ihn zwischen zwei Bögen Backpapier aus, so klebt nichts und es braucht kaum zusätzliches Mehl.

Für die Glasur funktioniert Rahm genauso wie Milch, Rahm gibt etwas mehr Glanz. Bei den Formen gibt es keine Regel: Sterne, Herzen und Monde dürfen ruhig gemischt aufs Blech.

Ausgestochene Mailänderli liegen auf einem mit Backpapier belegten Blech
Vivi kocht mit einem Blech voller Mailänderli vor dem Backen

FAQ für Mailänderli

Wie dick sollten Mailänderli sein?

Mailänderli werden für dieses Rezept etwa 1 cm dick ausgerollt. So bleiben sie innen zart und buttrig. Dünner ausgerollte Mailänderli werden knuspriger und sind im Ofen schneller fertig.

Kann man Mailänderli mit Milch statt Rahm bestreichen?

Ja, Mailänderli lassen sich mit Eigelb und Milch genauso gut bestreichen wie mit Eigelb und Rahm. Beides sorgt für die goldgelbe Oberfläche.

Warum muss der Mailänderli-Teig zweimal kühl gestellt werden?

Mailänderli-Teig wird zweimal gekühlt, damit die Butter fest bleibt. Nach der ersten Kühlzeit lässt er sich besser ausrollen, nach der zweiten behalten die ausgestochenen Guetzli im Ofen ihre Form.

Kann man Mailänderli-Teig vorbereiten?

Ja, Mailänderli-Teig hält sich gut abgedeckt 1 bis 2 Tage im Kühlschrank. Vor dem Ausrollen kurz bei Zimmertemperatur stehen lassen, damit er beim Ausrollen nicht bricht.

Wie lange halten sich Mailänderli?

Mailänderli halten sich in einer gut verschlossenen Blechdose an einem kühlen Ort 2 bis 3 Wochen. Gebacken lassen sie sich auch einfrieren und halten so rund 3 Monate.

Weitere köstliche Rezepte

Mailänderli-Zitronenkuchen: der Mailänderli-Geschmack als zitroniger Kuchen mit feiner Krume

Saftiger Birnenkuchen: weicher Rührkuchen mit saftigen Birnenstücken

Badener Chräbeli

Zögere nicht, mir einen Kommentar zu hinterlassen, ich freue mich immer darüber!

Vivi kocht ist Foodbloggerin aus Zürich

Finde mich auch auf Instagram, Facebook, TikTok und YouTube, um einen Blick hinter die Kulissen meines Blogs zu werfen.

Rezeptkarte

In der Rezeptkarte befinden sich Amazon Affiliate Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Mailänderli in verschiedenen Formen, goldgelb gebacken

Mailänderli

Vivien Bullert FoodbloggerinVivien Bullert
Zarte, buttrige Schweizer Weihnachtsguetzli mit feiner Zitronennote, etwa 1 cm dick ausgestochen und mit Eigelb goldgelb gebacken.
Noch keine Bewertungen
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 15 Minuten
Ruhezeit45 Minuten
Gesamtzeit1 Stunde 10 Minuten
Gericht Backen
Küche Schweizer Rezepte
Portionen 40 Stück
Calories 119 kcal

Kochutensilien

Zutaten
  

Für den Teig:

  • 250 g Butter
  • 225 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Bio-Zitronenzeste abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • 3 Eier
  • 500 g Mehl

Zum Bestreichen:

  • 1 Eigelb
  • 5 ml Rahm oder Milch ca. 1 TL

Anleitungen
  

  • Teig herstellen: Butter cremig rühren. Zucker und Salz dazugeben. Die Eier einzeln unterrühren und weiterrühren, bis die Masse heller wird und der Zucker sich weitgehend gelöst hat. Die Zitronenzeste einrühren.
  • Mehl einarbeiten: Das Mehl portionsweise dazusieben und rasch zu einem glatten Teig zusammenfügen – dabei nur so kurz wie nötig kneten, damit die Guetzli mürbe bleiben. Den Teig flach drücken, abdecken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.
  • Formen & kühlen: Teig portionsweise ca. 1 cm dick ausrollen. Guetzli ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und nochmals 15 Minuten kühl stellen.
  • Bestreichen & backen: Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eigelb mit Rahm verrühren, Mailänderli bestreichen und im Ofen ca. 13–15 Minuten backen, bis sie leicht goldgelb sind. Sie sollten an den Rändern und unten ganz leicht Farbe annehmen, aber oben hell-goldgelb bleiben. Achtung: Je dünner sie ausgerollt werden, desto kürzer die Backzeit.
  • Auskühlen: Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Video

Notizen

  • Der Teig lässt sich gut zwischen zwei Bögen Backpapier ausrollen, so braucht es kaum zusätzliches Mehl.
  • In einer gut verschlossenen Blechdose halten sich Mailänderli an einem kühlen Ort 2 bis 3 Wochen.

Nährwerte

Calories: 119kcalCarbohydrates: 15gProtein: 2gFat: 6gSaturated Fat: 3gPolyunsaturated Fat: 0.3gMonounsaturated Fat: 2gTrans Fat: 0.2gCholesterol: 31mgSodium: 55mgPotassium: 20mgFiber: 0.3gSugar: 6gVitamin A: 182IUVitamin C: 0.03mgCalcium: 6mgIron: 1mg

3 Kommentare zu „Mailänderli – Die besten Butterguetzli“

  1. Avatar von Markéta

    @Wolfgang.
    habe das so versucht. Der Teig wurde bei mir zu klebrig. Musste noch Mehl dazugeben, etwa 50 Gramm (ich habe von der Mehlmenge davon 100 Gramm Maizena genommen, vielleicht lag es daran). Dann wurde das Guetzli perfekt!

  2. Avatar von Wolfgang

    Versuch Mal 250 Butter und 250 Zucker, 2 Eigelb und 1 Ei, die Schale einer ganzen Biozitrone sowie nur 420 g Mehl und du wirst feststellen, dass das Mailänderli unendlich viel besser wird!

    1. Avatar von Vivi

      Das teste ich gleich mal. Lieben Gruss und danke für Deinen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Rezept bewerten




Vivi kocht - Website Sidebar

Hi, ich bin Vivi.
Ich teile klassische, gelingsichere Rezepte – von herzhaft bis süss – plus No-Food-Waste-Ideen für Saucen, Brühen & Fonds.

About →

Dinge, die dein Leben einfacher machen.

Verpasse keine Rezepte!

Melde Dich für die Rezept Post an und werfe einen Blick in meine Testküche.

Suche

Hast Du eine Frage an mich: info@vivikocht.ch

FOLGE MIR