Die gerösteten Rotgarnelen – inspiriert vom Grill Royal in Berlin – sind das erste Rezept einer neuen Serie, in der ich meine liebsten Restaurantgerichte zu Hause nachkoche. Angefangen hat alles 2022 im Grill Royal in Berlin: Dort habe ich diese Garnelen zum ersten Mal gegessen, und seither bestelle ich sie bei jedem Besuch wieder. Irgendwann war klar: Das muss ich in meiner eigenen Küche hinbekommen!
Das Schöne an diesem Gericht ist seine Einfachheit. Es braucht keine lange Zutatenliste, sondern nur gute argentinische Rotgarnelen, langsam karamellisierte Zwiebeln und viel Knoblauch. Der eigentliche Kniff liegt in der Vorbereitung der Garnelen und in der Hitze der Pfanne. Wer diese zwei Dinge beachtet, bekommt wunderbar saftige Garnelen mit feinen Röstaromen statt zäher, wässriger Ware.
Serviert werden die argentinischen Rotgarnelen mit Limette und einer selbst gemachten Knoblauchmayonnaise. Dazu passt ein knackiger Kopfsalat. Zusammen ergibt das ein Hauptgericht, das nach Sommer, Restaurant und Zuhause gleichzeitig schmeckt.
Warum du dieses Gericht lieben wirst
- Gelingt ohne Spezialausrüstung: Ein echtes Restaurantgericht für zu Hause – du brauchst dafür nur eine einzige Pfanne.
- Perfekt vorzubereiten: Die Zwiebeln kannst du Stunden vorher karamellisieren. Abends steht das Essen in gerade mal sechs Minuten auf dem Tisch.
- Herrlich unkompliziert: Gegessen wird mit den Fingern – Schalen abpulen, in die Mayonnaise tunken und die Sauce mit knusprigem Brot auftunken.
- Wunderbar mild: Keine Angst vor der ganzen Knolle Knoblauch – beim Mitziehen verliert sie jede Schärfe und wird butterweich.
- Flexibel serviert: Reicht als unkompliziertes Hauptgericht für vier Personen oder als Hingucker-Apéro für acht.
Welche argentinischen Rotgarnelen kaufen?

Argentinische Rotgarnelen sind schon roh leuchtend rot – anders als Black Tiger, die erst in der Pfanne Farbe bekommen. Sie stammen als Wildfang aus den kalten Gewässern des Südwestatlantiks vor Patagonien und werden direkt an Bord eingefroren, deshalb bekommst du sie fast immer tiefgekühlt mit Schale und praktisch nie frisch. Das ist kein Nachteil: Frostware an der Theke ist meist nichts anderes als aufgetaute Ware.
Worauf es beim Kauf ankommt: Sie müssen roh sein, nicht vorgekocht. Vorgekochte Garnelen werden beim scharfen Anbraten unweigerlich zäh, weil sie schon einmal gegart wurden. Dass die Köpfe meist schon ab sind und die Schale dranbleibt, ist für dieses Rezept ideal: Sie schützt das Fleisch vor der hohen Hitze, gibt beim Braten Geschmack ab und wird am Tisch abgepult. Am bequemsten sind bereits entdarmte Garnelen – sonst machst du das selbst mit einem kleinen Schnitt entlang des Rückens. Und je grösser, desto besser: Grosse Garnelen vertragen die hohe Hitze, ohne innen durchzugaren.
Rotgarnelen richtig auftauen
Am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen, nicht im warmen Wasser – sonst wird das Fleisch aussen weich, bevor es innen aufgetaut ist. Danach gut abtropfen lassen und mit Küchenpapier wirklich trocken tupfen. Dieser Schritt entscheidet über das ganze Gericht: Feuchte Garnelen wässern in der Pfanne und werden zäh statt geröstet.
Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte am Ende des Artikels.
So gelingen geröstete Rotgarnelen – Schritt für Schritt
Der Ablauf lohnt sich in dieser Reihenfolge: zuerst die Garnelen aufzutauen und trocken zu tupfen, dann die Zwiebeln zu karamellisieren. Am Schluss kommen die Garnelen in die heisse Pfanne, denn sie brauchen nur wenige Minuten.

Die Zwiebeln karamellisieren
Die Zwiebeln in feine Streifen schneiden. In einer Pfanne mit Sonnenblumenöl und etwas Salz bei mittlerer bis kleiner Hitze langsam weich und goldbraun werden lassen, das dauert rund zehn Minuten. Immer wieder rühren, damit nichts verbrennt. Dann zur Seite stellen.
Bleibt am Pfannenboden brauner Satz kleben, ist die Hitze zu hoch. Ein Schluck Wasser löst ihn, und er geht zurück in die Zwiebeln.
Die Garnelen vorbereiten
Die Rotgarnelen vollständig auftauen lassen, gut abtropfen lassen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Dieser Schritt ist entscheidend. Nachschauen, ob sie entdarmt sind, sonst noch entdarmen.

Die Garnelen sehr heiss braten
Öl in einer Pfanne stark erhitzen. Rosmarin und die trocken getupften Garnelen in die sehr heisse Pfanne geben und fünf bis sechs Minuten braten, dabei einmal wenden. Sie sollen aussen Röstaromen bekommen und innen saftig bleiben.
Das Öl muss leicht schlieren, bevor die Garnelen hineinkommen. Zischt es beim Auflegen nicht sofort laut, warte lieber noch eine Minute.

Anrichten und servieren
Die Garnelen zusammen mit den Zwiebeln, dem in Scheiben geschnittenen Knoblauch und dem Rosmarin auf einem Teller vermischen und anrichten. Mit Limettenspalten garnieren, die selbstgemachte Knoblauchmayonnaise und warmes Weissbrot dazu servieren. Gegessen wird mit den Fingern, die Schalen werden am Tisch abgepult. Servietten und eine Schale für die Schalen bereitstellen. Am besten sofort geniessen, solange die Garnelen warm sind.

Tipps & Varianten
Die Menge Knoblauch darfst du ganz nach Geschmack anpassen. Eine ganze Knolle klingt viel, roh mitgezogen wird sie aber runder und weniger scharf. Wer es milder mag, nimmt die Hälfte.
Statt Rosmarin passt auch Thymian.
Wenn du keine agentinischen Rotgarnelen bekommst, funktionieren grosse Black-Tiger-Garnelen genauso gut, achte nur darauf, dass sie roh sind, denn vorgekochte werden beim Braten schnell zäh. Für einen sommerlichen Apéro kannst du die Garnelen auch als Vorspeise in kleineren Portionen servieren.
FAQ für geröstete Rotgarnelen
Weil sie zu feucht in die Pfanne kommen. Garnelen vor dem Braten vollständig auftauen, gut abtropfen lassen und trocken tupfen. Ausserdem muss die Pfanne sehr heiss sein, damit sie sofort rösten statt zu köcheln.
Ja. Grosse Black-Tiger-Garnelen eignen sich gut. Wichtig ist, dass sie roh und nicht vorgekocht sind, sonst werden sie beim Braten zäh.
Roh mitgezogen wird der Knoblauch milder und runder als er klingt. Wer es zurückhaltender mag, nimmt einfach die halbe Knolle.
Die Zwiebeln kannst du gut im Voraus karamellisieren. Die Garnelen selbst sollten frisch gebraten und sofort serviert werden, denn sie schmecken warm am besten.
Im Kühlschrank halten sie in einer luftdichten Dose ein bis zwei Tage. Zum Aufwärmen nur kurz und schonend erhitzen, sonst werden sie zäh – oder du isst sie kalt, das funktioniert überraschend gut. Einfrieren lohnt sich nicht: Gebratene Garnelen verlieren dabei ihre Textur, und aufgetaute rohe Garnelen dürfen ohnehin kein zweites Mal in den Tiefkühler.
Mit Schale. Sie schützt das Fleisch vor der hohen Hitze, sodass es saftig bleibt, und gibt beim Braten Geschmack ab. Gepult wird erst am Tisch, mit den Fingern. Die Köpfe sind beim Kauf meist schon entfernt.
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Rezeptkarte
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Geröstete argentinische Rotgarnelen
Kochutensilien
- 1 Grosse Pfanne
Zutaten
Für die Garnelen:
- 800 g rohe argentinische Rotgarnelen mit Schale, ohne Kopf, entdarmt
- 2 EL Sonnenblumenöl zum Braten
- 1 Prise Fleur de Sel
Für die Zwiebeln und Aromaten
- 300 g Zwiebeln circa 3 Stück
- 2 EL Sonnenblumenöl zum Karamellisieren
- 1 Prise Salz
- 1 ganze Knoblauchknolle
- 1 Zweig Rosmarin
- 2 Zweige Thymian
Zum Servieren
- 1 Limette
- 200 g Knoblauchmayonnaise
Anleitungen
- Die Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in einer Pfanne mit Sonnenblumenöl und etwas Salz bei mittlerer bis kleiner Hitze rund zehn Minuten langsam karamellisieren. Beiseite stellen.
- Die Rotgarnelen vollständig auftauen lassen, gut abtropfen lassen und trocken tupfen.
- Öl in einer Pfanne sehr heiss werden lassen und die Garnelen fünf bis sechs Minuten braten, dabei einmal wenden.
- Die gebratenen Rotgarnelen mit den Zwiebeln und dem Knoblauch vermischen.
- Mit Limette garnieren und mit Knoblauchmayonnaise servieren.










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