Sonntagmorgen, der Duft von frisch gebackenem Brot in der Küche, und mitten auf dem Tisch ein goldbrauner, glänzender Zopf. Wenn mir die Zeit für den klassischen Vierstrang fehlt, greife ich zu genau diesem Rezept: einem schnellen Zopf aus nur zwei Strängen, der trotzdem nach Sonntag aussieht. Ehrlich gesagt hat mich der Teig einmal an einem heissen Sommermorgen fast überlistet, die weiche Butter im Teig wurde so warm, dass mir der Zopf beim Formen davonlaufen wollte. Seither weiss ich genau, wie ich ihn auch bei Hitze im Griff behalte.
Was diesen schnellen Zopf so unkompliziert macht: Der Zweistrang ist die anfängerfreundlichste Flechtform überhaupt, und die Zutaten hat man fast immer im Haus. Mehl, Hefe, Butter, Milch, ein Eigelb, mehr braucht es nicht. Und keine Sorge vor dem Wort schnell: Die Hefe braucht ihre gute Stunde Ruhe, in der der Teig ganz von allein arbeitet. Die eigentliche Handarbeit ist in wenigen Minuten erledigt. Der Eigelb-Anstrich kurz vor dem Backen sorgt am Ende für die typisch glänzende, goldbraune Kruste.
In der Schweiz gehört der Zopf, oft auch Butterzopf oder Sonntagszopf genannt, seit Generationen auf den Frühstückstisch. Diese schnelle Variante bringt genau dieses Gefühl auf den Tisch, nur eben mit etwas weniger Aufwand.
Warum du dieses Gericht lieben wirst
- Nur eine Handvoll Grundzutaten, die fast immer im Haus sind: Mehl, Hefe, Butter, Milch und ein Eigelb.
- Der Zweistrang ist die einfachste Flechtform und gelingt auch beim ersten Versuch.
- Wenig aktive Arbeit: Der grösste Teil der Zeit ist Gehzeit, in der der Teig allein aufgeht.
- Glänzende, goldbraune Kruste durch den Eigelb-Anstrich, innen weich und luftig.
- Lässt sich am Vorabend vorbereiten und morgens frisch backen.
Welches Mehl für den schnellen Zopf?

Beim Zopf entscheidet vor allem das Mehl über die Krume. Klassisch ist Zopfmehl, eine Schweizer Spezialmischung, die für Hefegebäck gemacht ist und den Teig besonders elastisch und die Krume schön fein und luftig werden lässt. Bekommst du kein Zopfmehl, funktioniert auch ein normales Weizenmehl mit hohem Kleberanteil (im Rezept sind beide angegeben). Die Krume wird dann eine Spur weniger flaumig, der Zopf gelingt aber trotzdem zuverlässig. Alles Weitere sind Grundzutaten, die keine besondere Kaufentscheidung verlangen.
Die genauen Mengenangaben stehen in der Rezeptkarte am Ende des Artikels.
So gelingt der schnelle Zopf – Schritt für Schritt
Der Ablauf lohnt sich in dieser Reihenfolge: erst den Teig ansetzen, dann die lange Gehzeit nutzen, danach flechten, kurz nachgehen lassen und backen. Nur die Gehzeit braucht Geduld, alles andere geht zügig von der Hand.
Den Hefeteig ansetzen
Die Hefe in die lauwarme Milch bröseln und kurz stehen lassen, damit sie sich auflöst. Anschliessend mit dem Mehl, der Butter, dem Salz und dem Zucker in einer Schüssel vermengen und alles zu einem weichen, glatten Teig kneten.
Die Milch soll nur lauwarm sein, nicht heiss. Zu heisse Milch macht die Hefe kaputt, und der Teig geht dann nicht mehr auf.

Den Teig gehen lassen
Den Teig zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1½ Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
Ein warmer, zugfreier Ort hilft. Der Teig ist bereit, wenn eine mit dem Finger gedrückte Mulde nur langsam zurückfedert.
Den Zopf flechten
Den Teig in zwei gleich grosse Portionen teilen und daraus jeweils ca. 60 cm lange Stränge rollen, die an den Enden etwas dünner auslaufen. Die beiden Stränge wie ein Pluszeichen als Kreuz übereinanderlegen. Zum Flechten werden die Stränge nicht einfach verdreht, sondern abwechselnd überkreuzt: Zuerst die beiden Enden des unteren Strangs über den oberen Strang auf die jeweils gegenüberliegende Seite legen. Danach den Vorgang mit den Enden des anderen Strangs wiederholen. So Schritt für Schritt bis zum Ende vorarbeiten, die Teigenden gut zusammendrücken und leicht unter den Zopf schieben. Den fertigen Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals ca. 30 Minuten ruhen lassen.

Den Ofen vorheizen
Den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Zopf bestreichen
Das Eigelb mit einem Esslöffel Milch oder Rahm verquirlen und den Zopf damit gleichmässig bestreichen. Das gibt die schöne goldbraune, glänzende Kruste.
Eine dünne, gleichmässige Schicht auftragen. Sammelt sich die Ei-Mischung in den Flechtritzen, gibt das beim Backen dunkle Flecken.

Den Zopf backen
Den Zopf in der unteren Hälfte des Backofens ca. 35 Minuten backen, bis er goldbraun ist. Falls die Oberfläche zu schnell bräunt, den Zopf gegen Ende der Backzeit locker mit Alufolie abdecken.
Ob er durch ist, verrät ein Klopftest: Klingt der Zopf auf der Unterseite hohl, kann er raus.
Auskühlen lassen
Den fertigen Zopf aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen. Am besten frisch geniessen.

Tipps & Varianten
| Tipp für heisse Sommertage: Wird es in der Küche warm, zerläuft der weiche Butterteig gern und der Zopf verliert beim Backen die Form. Dagegen helfen drei Kniffe: Mehl und Milch kalt verwenden, die Butter kühl direkt aus dem Kühlschrank nehmen und den fertig geflochtenen Zopf vor dem Backen noch 15 Minuten samt Blech in den Kühlschrank stellen. So bleibt der Teig fest und die Flechtung erhalten. |
Variieren lässt sich der Zopf leicht: Wer es süsser mag, arbeitet vor dem Formen eine Handvoll Rosinen in den Teig. Für etwas Biss sorgen Hagelzucker oder Mandelblättchen, die kurz vor dem Backen auf den bestrichenen Zopf gestreut werden. Und für einen besonders tiefen Glanz den Zopf ein zweites Mal bestreichen, sobald die erste Schicht leicht angetrocknet ist. Frisch schmeckt er am schönsten mit etwas Butter und Konfitüre.
FAQ für schnellen Zopf
Meist liegt es an der Hefe oder der Temperatur. Die Milch darf nur lauwarm sein, zu heisse Milch tötet die Hefe ab. Ausserdem braucht der Teig genug Zeit an einem warmen, zugfreien Ort, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
Ja. Den fertig gekneteten Teig in eine grosse Schüssel geben, mit einem Deckel verschliessen und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag die Schüssel etwa 1½ Stunden vor dem Backen herausnehmen, den Teig eine Stunde an einem warmen Ort auf Zimmertemperatur kommen lassen und danach flechten.
Das Eigelb mit etwas Milch oder Rahm verquirlen und dünn und gleichmässig auftragen. Wer mag, bestreicht den Zopf ein zweites Mal, sobald die erste Schicht angetrocknet ist.
Am besten schmeckt er frisch am Backtag. In ein Tuch oder einen Beutel gewickelt bleibt er bei Raumtemperatur 2 bis 3 Tage geniessbar, wird mit der Zeit aber trockener. Kurz aufgetoastet oder im Ofen aufgefrischt schmeckt er dann wieder wie neu. Portionsweise eingefroren hält er sich etwa 1 Monat.
Weitere köstliche Dessert-Rezepte
- Einfacher Apfelstrudel mit Hefe: warmer Hefeteig um saftige, zimtige Apfelstücke, aussen zart gebräunt
- Apfelkuchen: weiche Apfelspalten auf zartem Boden mit feiner Zimtnote
- Pflaumenkuchen: süss-säuerliche Pflaumen, saftig gebacken und mit zimtigem Duft
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Rezeptkarte

Schneller Zopf
Kochutensilien
- 1 Schüssel
- 1 Backblech
- 1 Backpinsel
- 1 Kuchengitter
Zutaten
- 500 g Weizenmehl oder Zopfmehl
- ½ Würfel frische Hefe ca. 21 g oder Päckchen Trockenhefe
- 1,5 TL Salz
- 1 TL Zucker
- 60 g Butter gewürfelt
- 3 dl Milch
Zum Bestreichen
- 1 Eigelb
- 1 EL Milch oder Rahm
Anleitungen
- Die Hefe in die lauwarme Milch bröseln und kurz stehen lassen. Anschliessend mit dem Mehl, der Butter, dem Salz und dem Zucker in einer Schüssel vermengen und zu einem weichen, glatten Teig kneten.
- Den Teig zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1½ Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
- Den Teig in zwei gleich grosse Portionen teilen, jeweils ca. 60 cm lange Stränge formen und zu einem Zopf flechten. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals ca. 30 Minuten ruhen lassen.
- Den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Das Eigelb mit 1 EL Milch oder Rahm verquirlen und den Zopf gleichmässig damit bestreichen.
- Den Zopf in der unteren Hälfte des Ofens ca. 35 Minuten goldbraun backen. Bei zu schneller Bräunung locker mit Alufolie abdecken.
- Auf einem Gitter auskühlen lassen und am besten frisch geniessen.
Video
Notizen
- Vorbereiten am Vorabend: Den gekneteten Teig über Nacht zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen, am nächsten Tag ca. 1½ Stunden vor dem Backen herausnehmen, eine Stunde auf Zimmertemperatur bringen und dann flechten.
- Tipp für heisse Tage: Mehl und Milch kalt verwenden, die Butter kühl aus dem Kühlschrank nehmen und den geformten Zopf vor dem Backen 15 Minuten samt Blech in den Kühlschrank stellen, damit der Butterteig fest bleibt.
- Aufbewahrung: In ein Tuch gewickelt bei Raumtemperatur 2 bis 3 Tage. Portionsweise eingefroren etwa 1 Monat.







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