Verliebt habe ich mich in die Schweizer Käseschnitte auf einem Berg. Felix hatte einen Termin, und ich wartete im kleinen Café nebenan, mit Blick auf den Alpstein im Appenzell , mit Lust auf etwas Herzhaftes. Auf der Karte stand Käseschnitte, also bestellte ich sie, und als sie dann kam, war ich hin und weg: der Käse türmte sich hoch auf einer grossen Brotscheibe, unglaublich grosszügig belegt. Ich biss hinein, durch die dicke Käsehaube, oben goldbraun, darunter weich. Es war gleich Liebe.
In meiner Wahlheimat steht der Käse ja an erster Stelle, gleich neben Fondue und Raclette, und an einem grauen Sonntag mit altbackenem Brot und ein paar Käseresten im Fach ist immer klar: Käseschnitte. Den entscheidenden Handgriff habe ich von meiner Schwiegermutter.
Ihr Tipp klingt nebensächlich und macht den Unterschied: das Brot vorher rösten und die Fläche dünn mit Eiweiss bestreichen, damit die schwere Käsemasse das Brot nicht durchweicht. Oben geht der Käse dann sogar etwas souffléartig auf, unten bleibt das Brot knusprig. Und weil etwas geraspelte Birne mit in die Masse wandert, bekommt die kräftige, an Fondue Moitié-Moitié erinnernde Würze eine feine Süsse als Gegenpol.
Dazu passt ein bitterer Salat wie Frisée oder Endivie, der die üppige Käseportion angenehm bricht. Serviert wird sofort, direkt aus dem Ofen, solange die Haube noch steht.
Warum du dieses Gericht lieben wirst
- Ein echtes No-Food-Waste-Gericht: altbackenes Brot und Käsereste bekommen die Hauptrolle.
- Nur eine Handvoll Zutaten, in einer knappen halben Stunde auf dem Tisch.
- Der Trick mit dem Eiweiss hält das Brot knusprig, während der Käse oben aufgeht.
- Die geraspelte Birne setzt der kräftigen Käsewürze eine feine Süsse entgegen.
- Wandelbar: im Ofen überbacken, in der Pfanne geschmolzen oder als frittierte Malakoff.
Welcher Käse für die Schweizer Käseschnitte?

Die Käsemasse lebt von zwei Sorten: reifer Gruyère bringt die kräftige, nussige Würze, Jura-Bergkäse schmilzt schön cremig und rundet ab. Reifer Gruyère ist dabei wichtiger als teurer Gruyère, je länger gereift, desto intensiver das Aroma. Wer angebrochene Käsereste vom Fondue oder Raclette daheim hat, kann sie hier gut mitverwerten, solange es kräftige Hartkäse sind. Die genauen Mengen stehen in der Rezeptkarte am Ende des Artikels.
So gelingt die Schweizer Käseschnitte – Schritt für Schritt
Der Ablauf ist kurz: zuerst das Brot vorbacken, dann die Käsemasse rühren, überbacken und sofort servieren. Alles in allem eine gute halbe Stunde.
Das Brot vorbacken
Das Brot sollte nicht zu frisch sein, damit die Krume stabil bleibt. Die Brotscheiben auf einer Seite im heissen Ofen oder im Toaster hell vorbacken.
Der Trick meiner Schwiegermutter: die geröstete Seite dünn mit etwas Eiweiss bestreichen. Es zieht eine feine Sperrschicht ein, damit die Käsemasse das Brot nicht durchweicht.
Die Käsemasse rühren
Beide Käsesorten mischen und das Mehl darübersieben. Die Eier verquirlen und mit Weisswein, Rahm und der geraspelten Birne unter den Käse heben. Den Knoblauch direkt dazupressen und mit wenig Salz, Pfeffer und Muskatnuss pikant abschmecken.
Die Masse soll dickcremig sein und nicht laufen. Ist sie zu fest, einen Löffel Rahm mehr, ist sie zu weich, etwas Käse nachreiben.

Belegen und in den Ofen
Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die Käsemasse bergartig auf die vorgebackenen Brotscheiben streichen, sodass sie in der Mitte höher liegt. Das Blech in die Ofenmitte schieben.

Goldbraun überbacken
Die Käseschnitten 10 bis 12 Minuten überbacken, bis der Käse goldbraun aufgegangen ist und das Brot am Rand knusprig wird. Sofort servieren, dazu ein bitterer Salat.

Tipps & Varianten
In der Pfanne statt im Ofen: die belegten Schnitten bei kleiner Hitze zugedeckt in Butter braten. Sobald das Brot unten Kruste zieht, einen Schluck Weisswein angiessen, wieder zudecken und den Käse im Dampf schmelzen lassen. So wird die Schnitte weniger knusprig, dafür besonders saftig.
Für knusprige Zwiebelringe obendrauf eine Zwiebel in Ringe schneiden, in Mehl wenden, gut abschütteln und in heissem Öl rasch goldbraun braten, auf Küchenpapier abtropfen lassen und kurz vor dem Servieren auf die Schnitten setzen.
Wer es festlicher mag, tauscht die Birne gegen feine Apfelscheiben oder gibt einen Hauch Kirsch in die Masse. Und die frittierte Schwester der Käseschnitte, die Malakoff, ist einen eigenen Beitrag wert.
FAQ für die Schweizer Käseschnitte
Etwas älteres Kastenweiss- oder Modelbrot mit stabiler Krume. Zu frisches Brot weicht unter der Käsemasse durch. Das Vorbacken und die dünne Eiweiss-Schicht halten es knusprig.
Die feine Süsse der geraspelten Birne bricht die kräftige Käsewürze und macht die Schnitte runder im Geschmack. Wer es klassisch mag, lässt sie weg.
Die Käsemasse lässt sich ein paar Stunden vorher rühren und zugedeckt kühl stellen. Überbacken wird aber immer erst kurz vor dem Servieren, sonst fällt die Haube zusammen.
Am besten frisch aus dem Ofen. Übrige Schnitten halten zugedeckt im Kühlschrank 1 bis 2 Tage und werden im Ofen bei 180 Grad wieder knusprig aufgebacken. Einfrieren lohnt sich nicht, das Brot wird weich.
Weitere köstliche Rezepte aus der Schweizer Küche
Schweizer Rösti: goldene Kartoffelrösti, aussen kross und innen weich, direkt aus der Pfanne
Cholera: gedeckter Walliser Kuchen mit Kartoffeln, Käse, Äpfeln und Lauch unter knuspriger Teigdecke
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Schweizer Käseschnitte
Kochutensilien
- 1 Backofen und Backblech
- 1 Schüssel
- 1 Reibe
Zutaten
Für die Käseschnitten:
- 4 Scheiben Kastenweissbrot oder Modelbrot CH
Für die Käsemasse:
- 200 g reifer Gruyère gerieben
- 200 g Jura-Bergkäse gerieben
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Mehl
- 2 Eier
- 3-4 EL trockener Weisswein z. B. Riesling
- 3-5 EL Rahm
- 100 g süsse Birne fein geraspelt
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Pfeffer aus der Mühle
- 1 Prise Muskatnuss
Zum Servieren:
- bitterer Salat wie Endivie oder Frisée
- italienische Vinaigrette
Anleitungen
- Das Brot auf einer Seite im heissen Ofen oder Toaster hell vorbacken. Wer mag, bestreicht die geröstete Seite dünn mit etwas Eiweiss.
- Beide Käsesorten mischen und das Mehl darübersieben. Die Eier verquirlen und mit Weisswein, Rahm und der geraspelten Birne unter den Käse heben. Den Knoblauch dazupressen und mit wenig Salz, Pfeffer und Muskatnuss pikant abschmecken.
- Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die Käsemasse bergartig auf die Brotscheiben streichen.
- Das Blech in die Ofenmitte schieben und die Käseschnitten 10 bis 12 Minuten überbacken, bis der Käse goldbraun aufgegangen ist. Sofort servieren.
Video
Notizen
- Für knusprige Zwiebelringe eine Zwiebel in Ringe schneiden, in Mehl wenden und in heissem Öl goldbraun braten.
- In der Pfannen-Variante die belegten Schnitten zugedeckt in Butter braten, mit einem Schluck Weisswein ablöschen und den Käse im Dampf schmelzen lassen. Übrige Schnitten im Ofen bei 180 Grad wieder aufbacken.
Nährwerte
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