Gratin Dauphinois ist ein französisches Kartoffelgratin. Nur vier Zutaten, schnell gemacht und umwerfend elegant. Sehr verwandt mit dem klassischen deutschen Gratin, aber durch das feine Reiben der Scheiben zergeht das Gratin Dauphinois förmlich auf der Zunge. Es kommt zudem auch sehr gut ohne Käse aus, was für den deutschen Teil meiner Familie erstmal befremdlich klang, aber nach dem ersten Genuss absolut angenommen wurde. Es kann dick geschichtet werden, aber wir lieben es dünn auf einem grossen Blech. Warum? Knusprig ohne Ende und jeder hat was davon. Kein Streit und göttliche Stille am Tisch. Doppelte Menge machen lohnt sich.
Zutaten für Gratin Dauphinois
Bevor du startest, findest du hier die Zutaten für dieses Rezept. Die genauen Mengenangaben stehen in der Rezeptkarte am Ende des Artikels.
Mehligkochende Kartoffeln: die wichtigste Entscheidung im ganzen Rezept. Agria funktioniert bei mir am besten. Mehligkochende Sorten geben Stärke ab, die der Rahm bindet. Mit festkochenden Kartoffeln möglich, aber es wird nicht so knusprig und cremig.
Rahm: er wird nur so weit angegossen, dass die Kartoffeln fast bedeckt sind. Nicht mehr, sonst schwimmt alles statt zu binden.
Butter: zum Ausbuttern des Blechs und als Flocken obenauf. An der Butter wird hier nicht gespart, sie sorgt für die knusprigen Ränder.
Salz: mehr braucht es nicht. Kein Käse, kein Ei, keine Gewürzmischung.
So gelingt Gratin Dauphinois – Schritt für Schritt
Der Ablauf ist unkompliziert: Kartoffeln reiben, schichten, angiessen, backen. Der einzige Punkt, an dem es schiefgehen kann, ist die Dicke der Scheiben.
Die Kartoffeln hauchdünn reiben
Die Kartoffeln schälen und auf der japanischen Reibe in feine Scheiben reiben. Je dünner die Scheiben, desto besser verbinden sie sich beim Backen. Die geriebenen Kartoffeln nicht wässern und nicht abspülen, die Stärke wird gebraucht.
Wer die Scheiben mit dem Messer schneidet, kommt selten dünn genug hin. Eine Reibe oder ein Hobel macht hier den Unterschied zwischen sämig und stückig.

Das Blech oder die Wähenform ausbuttern und schichten
Ein ganzes Backblech oder eine Wähenform grosszügig mit Butter ausstreichen. Die Kartoffelscheiben in drei dünnen Schichten darauf verteilen. Flach bleiben lohnt sich: Je dünner der Aufbau, desto mehr Fläche wird am Ende knusprig.

Rahm angiessen, salzen, Butterflocken verteilen
Den Rahm so über die Kartoffeln giessen, dass sie fast bedeckt sind. Salzen und die restliche Butter in Flocken darüber verteilen.
Backen, bis die Ränder knusprig sind
Das Blech in den vorgeheizten Backofen auf die zweitunterste Schiene schieben und bei 180 Grad 40 bis 50 Minuten backen, bis das Gratin an den Rändern leicht knusprig ist und der Rahm eingezogen hat.
Kurz ruhen lassen
Das Gratin nach dem Backen einige Minuten stehen lassen. Es setzt sich dabei und lässt sich sauberer portionieren.

Tipps & Varianten
Wer lieber eine klassische Auflaufform nimmt, kann das tun. Dann wird das Gratin höher, cremiger und weniger knusprig, und es braucht etwas mehr Zeit im Ofen. Ich bleibe beim Blech, weil mir die Ränder das Liebste am ganzen Gericht sind.
Traditionell wird die Form in Frankreich vor dem Schichten mit einer halbierten Knoblauchzehe ausgerieben und oft etwas Muskatnuss zugegeben. Beides ist bei mir bisher nicht Teil des Rezepts, passt aber, wenn du es französischer magst.
Als Beilage passt das Gratin zu allem Geschmorten wie Sauerbraten, zu Braten und zu einem kräftigen Wintersalat wie Rotkohlsalat. Oder als Hauptgericht mit einem feinen grünen Salat. Und falls doch jemand Käse vermisst: Probier es einmal ohne, bevor du nachbesserst. Bei uns hat noch niemand nachgefragt.
Aufbewahrung
Raumtemperatur: nicht geeignet. Das Gratin gehört nach dem Abkühlen in den Kühlschrank.
Kühlschrank: abgedeckt 2 bis 3 Tage haltbar. Am besten im Ofen wieder aufwärmen, dann werden die Ränder erneut knusprig.
Tiefkühler: portionsweise etwa 2 Monate. Im Kühlschrank auftauen und im Ofen aufbacken.
FAQ für Gratin Dauphinois
Weil im Original keiner hineingehört. Die Bindung entsteht durch die Stärke der Kartoffeln und den Rahm, nicht durch geschmolzenen Käse. Ein Kartoffelgratin mit Käse ist ein anderes Gericht, kein Gratin Dauphinois.
Mehligkochende Sorten, bei mir Agria. Sie geben beim Backen Stärke ab, die den Rahm sämig bindet. Festkochende Kartoffeln funktionieren nicht so gut.
Auf jeden Fall, 20 min bei 180 Grad vorbacken und dann noch mal 20-30 min fertig backen.
Beides funktioniert. Auf dem Blech mit drei dünnen Schichten wird mehr Fläche knusprig, in der Form wird es höher und cremiger. Die Zeitangabe im Rezept bezieht sich auf das Blech.
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Gratin Dauphinois
Kochutensilien
- 1 Backblech oder Wähenform
Zutaten
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln z. B. Agria
- 300 ml Rahm
- 130 g Butter
- 1 Prise Salz
Anleitungen
- Die Kartoffeln schälen und auf der Reibe in hauchdünne Scheiben reiben. Nicht abspülen.
- Ein Backblech oder eine Wähenform grosszügig mit Butter ausstreichen und die Kartoffelscheiben in drei dünnen Schichten darauf verteilen.
- Den Rahm so angiessen, dass die Kartoffeln fast bedeckt sind. Salzen und die restliche Butter in Flocken darüber verteilen.
- Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad auf der zweituntersten Schiene 40 bis 50 Minuten backen, bis die Ränder leicht knusprig sind.
- Vor dem Portionieren einige Minuten ruhen lassen.
Video
Notizen
- Mehligkochende Kartoffeln sind entscheidend. Ihre Stärke bindet den Rahm, deshalb braucht dieses Gratin keinen Käse. Mit festkochenden Sorten funktioniert es, aber es wird nicht so knusprig.
- In einer klassischen Auflaufform wird das Gratin höher und cremiger, dafür weniger knusprig. Die Backzeit verlängert sich dann etwas.










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